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Wissenswertes vom Bauernhof

In den letzten Jahren wird von Verbrauchern und Medien die Tierhaltung in landwirtschaftlichen Betrieben, insbesondere die Massentierhaltung sehr kritisch hinterfragt. Das finden wir vom Milchhof Albers sehr gut und wichtig. Daher beantworten wir hier gern häufig an uns gestellte Fragen und geben damit einen Einblick, wie wir mit unseren Tieren umgehen.
Über weitere Fragen, die hier vielleicht noch nicht beantwortet sind, aber von allgemeinem Interesse sein können, freuen wir uns immer. Dafür nutzen Sie gern unser Kontaktformular oder unsere Facebook-Seite, um mit uns in Kontakt zu treten.

Sind große Milchviehherden eine schlechtere Form der Tierhaltung?

Große Milchviehherden sind entgegen mancher Kritik keine schlechtere Form der Tierhaltung und stehen nicht im Gegensatz zum Wohl der Nutztiere. Entscheidend für das Tierwohl und die Gesundheit der Tiere ist die Berücksichtigung verschiedener Faktoren: ausreichend Liegeplätze, die Möglichkeit zu Bewegung und Sozialkontakt, gute Luft und genügend Licht sowie eine ausgewogene Fütterung sind wichtig. Die Anzahl der Tiere in einem Stall oder in einem Betrieb sagt also nichts über die Haltungsbedingungen der Tiere aus.

Ist die Verabreichung eines Antibiotikums notwendig?

Jedes Tier hat das Recht darauf, von Leiden geheilt zu werden. Antibiotika sind häufig die einzig wirksame Möglichkeit, um bestimmte Krankheiten zu heilen – das gilt für die Kuh ebenso wie für den Menschen. Insofern ist der Verzicht auf die Nutzung von Antibiotika in der Tiermedizin, wie auch in der Humanmedizin nicht gerechtfertigt.
Andererseits: Antibiotika sind auch ein Kostenfaktor. Schon allein deshalb setzten Landwirte sie mit Bedacht und nur dort ein, wo es notwendig ist. Zudem haben wir durch unsere langjährige Tätigkeit die Erfahrung gemacht, dass in der Tiermedizin im Vergleich zur Humanmedizin mehr Behandlungen gezielt auf die Erkrankung abgestimmt werden. Bei Euterentzündungen geschieht das z.B. auf der Basis von Erregeridentifizierungen aus Milchproben und Antibiogrammen.

Wie sorgt die Milchwirtschaft dafür, dass es den Milchkühen möglichst lange während ihres „Arbeitslebens“ gut geht?

In der deutschen Rinderzucht sind die Gesundheit und die Fitness der Tiere inzwischen wichtiger als die klassischen Leistungsmerkmale wie z.B. die Milchproduktion. Für die Zukunft wird es wichtig sein, mit einer noch besseren Haltung und Pflege das Leben der Tiere artgerechter und für den Milchbauern ertragreicher zu gestalten.

Immer wieder wird behauptet, dass Milcherzeuger ihren Kühen, obwohl sie nicht krank sind, Antibiotika geben. Stimmt das?

Die Gabe von Antibiotika in der Tierhaltung unterliegt strengen Vorschriften. Erkrankte Tiere müssen behandelt werden – das besagt schon das Tierschutzgesetz. Die Nutzung von Antibiotika zur Leistungssteigerung ist seit mehreren Jahren verboten – zu Recht! Es war in der Milchviehhaltung auch nicht üblich.

Was sind die häufigsten Krankheiten bei Milchkühen?

Die häufigsten Erkrankungen bei Milchkühen sind Fruchtbarkeitsstörungen und Stoffwechselerkrankungen, gefolgt von Klauenerkrankungen, außerdem Euter- und Gebärmutterentzündungen.

Was passiert mit alten Milchkühen die sterben?

Milchkühe, die aus natürlichen Gründen sterben, werden einer Tierkörperbeseitigungsanlage zugeführt. Dort werden Knochen, Haut, Fett und Tiermehl gewonnen. Diese dienen dann als Ausgangsprodukt für Heimtierfuttermittel, Seifen, Shampoo, Leder, Farben und vieles mehr.

Gelangen kranke Tiere in den Lebensmittelkreislauf?

Nein. Tiere, die an ihren Erkrankungen verenden oder eingeschläfert werden müssen, gelangen nicht in den Lebensmittelkreislauf. Sie werden fachgerecht in Tierkörperbeseitigungsanlagen unter Beachtung strenger Länder- und EU- Gesetzte sowie Verordnungen beseitig.

Werden die Bullenkälber der Milchviehrassen vorsätzlich getötet?

Nein. Bullenkälber werden in der Kälbermast oder in der Bullenmast genutzt. Dies gilt auch für Kälber der auf Milchleistung gezüchteten Rassen wie Holstein Friesian. Der Vorwurf, Milchviehhalter würden diese Tiere nicht ausreichend versorgen oder gar vorsätzlich töten, entbehrt jeder Grundlage.

Warum haben Milchkühe heutzutage keine Hörner mehr?

Durch die Hörner der Rinder sind die betreuenden Personen einer erheblichen Verletzungsgefahr ausgesetzt. Bedingt durch natürliche Rangkämpfe besteht die Verletzungsgefahr auch bei den Tieren untereinander. Um Verletzungen und damit notwendige medizinische Behandlungen auf beiden Seiten zu vermeiden, wird in der Milchwirtschaft das „Enthornen“ von Kälbern praktiziert. Dies steht auch im Einklang mit dem deutschen Tierschutzgesetz.